Nachrichtenkonsumenten wenden sich weiterhin Podcasts zu – während das Vertrauen andernorts schwindet

Der Digital News Report 2026 des Reuters Institute zeigt, dass sich die Art und Weise, wie Amerikaner Nachrichten konsumieren, zwar rasant verändert, Podcasts jedoch weiterhin einen stabilen und wertvollen Platz in der Medienlandschaft einnehmen.

Die Studie zeigt, dass 14 % der Amerikaner wöchentlich Nachrichten-Podcasts hören – ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr und mehr als doppelt so viele wie der Anteil derjenigen, die KI-Chatbots für Nachrichten nutzen. Laut Reuters greifen lediglich 6 % der Amerikaner regelmäßig auf KI-Tools für Nachrichten und Informationen zurück.

Der Bericht legt nahe, dass Podcasts weiterhin eine einzigartige Rolle im Nachrichtenökosystem einnehmen. „Podcasts sind erfolgreich darin, ein engagiertes Publikum anzusprechen, und können eine gute Möglichkeit sein, jüngere Zielgruppen zu erreichen“, so Reuters.

Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem soziale Medien und Videoplattformen weiter an Bedeutung gewinnen. Laut Reuters beziehen inzwischen 77 % der Amerikaner Nachrichten über Online-Kanäle, darunter Nachrichten-Websites, soziale Medien, Podcasts und KI-Tools, während traditionelle Fernsehnachrichten ihren langfristigen Abwärtstrend fortsetzen.

Gleichzeitig scheinen Podcasts von einem wachsenden Wunsch nach einem tieferen und bewussteren Nachrichtenkonsum zu profitieren. Während fast die Hälfte der Amerikaner (45 %) angibt, Nachrichten manchmal oder häufig zu vermeiden, gehören Podcast-Hörer weiterhin zu den engagiertesten Nachrichtenkonsumenten.

Reuters stellt fest, dass die Nutzung von Nachrichten-Podcasts bemerkenswert stabil geblieben ist, obwohl das Publikum seine Plattformen wechselt und sich die Nachrichten- und Mediengewohnheiten weiterentwickeln. Der Bericht weist außerdem darauf hin, dass viele Podcasts zunehmend als Videoformate konzipiert werden. Dadurch wird ein Teil des Podcast-Konsums inzwischen von den übergeordneten Trends im Online-Video-Bereich erfasst.

Diese Entwicklung könnte sich als Vorteil erweisen. YouTube bleibt eine der größten Nachrichtenplattformen in den USA: 33 % der Amerikaner nutzen die Plattform jede Woche für Nachrichten. Anders als bei TikTok und Instagram, wo Nachrichten häufig eher zufällig wahrgenommen werden, suchen YouTube-Nutzer laut Reuters eher gezielt nach Nachrichteninhalten und verbringen mehr Zeit mit längeren Formaten.

Der Bericht legt nahe, dass diese Entwicklung gut zur zunehmenden Hinwendung der Podcast-Branche zu Video passt. Reuters stellt fest, dass „viele Podcasts inzwischen videobasiert sind“ – ein Trend, der Podcast-Produzenten zunehmend neben YouTube-basierte Nachrichtenangebote und Creator-Content stellt und nicht mehr nur neben traditionelle Audio-Wettbewerber.

Die Ergebnisse erscheinen außerdem vor dem Hintergrund eines anhaltenden Vertrauensverlusts in Nachrichten. Das allgemeine Vertrauen in Nachrichten ist in den USA um fünf Prozentpunkte auf 25 % gefallen – einer der niedrigsten Werte, die in der Reuters-Studie gemessen wurden. Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass Amerikaner bekannten und lokalen Nachrichtenmarken weiterhin mehr Vertrauen entgegenbringen als dem breiteren Informationsökosystem.

Das könnte ein wichtiger Vorteil für Podcast-Anbieter sein, die an etablierte Medienorganisationen angebunden sind. Reuters stellte fest, dass lokale Fernsehnachrichten weiterhin die vertrauenswürdigste Nachrichtenquelle in den USA sind, gefolgt von lokalen Zeitungen und mehreren nationalen Nachrichtenorganisationen.

Gleichzeitig führen Bedenken über Desinformation weiterhin dazu, dass sich das Publikum vertrauenswürdigen Quellen zuwendet. Reuters berichtet, dass das Vertrauen in Nachrichten, die über soziale Medien wahrgenommen werden, deutlich geringer ist als das Vertrauen in etablierte Nachrichtenmarken, während das Vertrauen in KI-generierte Nachrichten weiterhin begrenzt ist.

 

Der Bericht dokumentiert außerdem eine zunehmende Abwendung der Konsumenten von Nachrichten insgesamt. Das Interesse an Nachrichten ist in den untersuchten Märkten seit 2021 um 13 Prozentpunkte gesunken, während 42 % der Befragten angeben, Nachrichten zumindest gelegentlich bewusst zu vermeiden.

„Eine kleine, aber bedeutende Minderheit in jedem Land gibt an, überhaupt keine Nachrichtenquellen zu nutzen“, schreibt der Forscher Richard Fletcher in einer Analyse. „Das deutet auf einen strukturellen Rückgang der Nachrichtennutzung insgesamt hin – und nicht nur auf den Auf- und Abstieg einzelner Quellen.“writes in an analysis.

Auch das Vertrauen entwickelt sich in die falsche Richtung. Das weltweite Vertrauen in Nachrichten ist auf 37 % gesunken – den niedrigsten Wert, den Reuters seit Beginn der Messungen im Jahr 2015 verzeichnet hat.

 

Erstveröffentlichung bei InsideAudioMarketing. Originalartikel hier lesen.

 

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